Sandwood Bay

Ein kilometerlanger Sandstrand, wunderschön und hat aber trotzdem einen Haken.

Zu einer früheren Zeit, als man Urlaubsplätze zugewiesen bekam und nicht aussuchte, erzählte man sich die folgende Geschichte:
„Du, ich habe einen FDGB Ostseeurlaub in Oberhof bekommen. – Aber Oberhof liegt doch gar nicht an der Ostsee! – Achso, ich habe mich schon gewundert, daß der Weg zum Strand so weit war!“

Ein Blick zurück, dann geht’s voran auf dem Weg zum Strand

Nun der wunderschöne Strand in der Sandwood Bay ist auch nur über einen etwas längeren Fußweg zu erreichen. Ein 7 km langer Fußweg vom Parkplatz zum Strand liegt vor uns.
Der Parkplatz ist recht voll. Als wir vor 15 Jahren zuletzt hier waren, war es eher ein leerer Platz in der Einöde. Aber was soll’s. Zum Glück haben wir strahlend blauen Himmel, wolkenlos so wird es den ganzen Tag bleiben. (Die Regenjacken nehmen wir trotzdem mit)

Strandweg

Aber jetzt geht’s endlich los! Zum Glück ist der Weg relativ flach und auch gut ausgebaut. Diesmal geht es nicht über sumpfige Wiesen sondern über einen Kiesweg, der überwiegend trocken ist. Allerdings müssen wir an einer Stelle einen Bachlauf überqueren. Vielleicht 15 m über weniger und wacklige Steine. Das Wasser ist mehr als Knöcheltief, als bleibt nichts anderes übrig als es zu versuchen. (Wir schaffen es auf dem Hin- und Rückweg)

Gleich am Anfang eine aufregende Stelle. Schaffen wir es über die Steine? Oder ist es besser, Schuhe aus und waten?
Einige Steine liegen unter Wasser andere sind sehr wackelig, wieder andere sind wackelig und liegen unter Wasser. Aber es nützt ja nichts, also Augen zu und durch – oder doch lieber Augen auf? Ich weiß es nicht.
Die Imprägnierung der Schuhe ist hervorragend. Das Wasser perlt ab, obwohl wir Knöcheltief im Wasser abtauchen, bleibt alles trocken. (Juhu durch Pfützen laufen!)
Viel Landschaft, aber doch etwas eintönig. Aber ist ja auch nur der Weg zum Strand.

Aber der Weg zieht sich, größtenteils ist es eine Recht eintönige Landschaft. Am Anfang hat man noch den Blick zurück auf das Dorf und das Meer. Dann 1,5 Stunden nur flache Heidelandschaft, eingerahmt von Bergen in der Ferne. Dann öffnet sich plötzlich die Landschaft und gibt den Ausblick auf große Dünen und das Meer frei. Die Schritte beschleunigen sich und endlich liegt sie vor uns: die Sandwood Bay. Hoch aufgetürmte Dünen mit fast senkrecht abfallende Flanken sind noch zu überwinden. Ob wir hier wieder hochkommen? Egal, jetzt geht’s erst mal runter und an den Strand.

Kurz vor dem Ziel endlich etwas Abwechslung: Schafe
Dann: Wege durch hohen Strandhafer (der pickst ganz schön)
Hohe Dünen trennen uns noch vom Strand
Ein Glück, daß wir hier nur runter müssen.
Gleich haben wir es geschafft

Der Strand ist ca. 2 km lang, von einigen Felsengruppen unterbrochen. Auf der Südseite erhebt sich die Felsnadel Am Buachaille (Der Hirte oder der Schäfer) 65 m hoch in den Himmel. Auf der Nordseite kann man die Klippen von Cap Wrath und den dortigen Leuchtturm sehen. Cap Wrath ist der nordwestlichste Festlandpunkt Großbritanniens.

Blick Richtung Cape Wrath. Der Leuchtturm als weißer Punkt ist kaum zu sehen.
Immer wieder ein Blickfang, die Felsnadel Am Buchaille

Da auf Grund der starken Strömung vom Schwimmen abgeraten wird (hat nichts mit dem eisigen Wind und den Wassertemperaturen zu tun.) waten wir durch das flache Wasser und schauen den hohen Brandungswellen zu.

Die Strandläuferin

Nach ca. 1 Stunde machen wir uns auf den Rückweg, schließlich ist der lang und wir wollen uns noch einen Platz für die Nacht suchen. Es war ein schöner Strandtag und wir finden auch einen sehr schönen Platz am Inchard auf einem kleinen Platz auf einer Klippe, neben der Straße.

Noch ein Blick zurück, dann geht’s vorwärts auf den Rückweg
Immer wieder schön: die kleinen weißen Häuser in der grünen Landschaft
Am nächsten Morgen Blick aus dem Fenster über Loch Inchard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert