Wir verlassen den Norden! Genauer gesagt verlassen wir die NC500. Das ist die North Coast 500 eine Straße, die mit 813 km Länge Inverness mit Inverness verbindet – einmal an der Küste um das wahre Schottland drumherum. Wir haben von dieser Route ca. 550 km unter den Rädern abgespult. (Die schönsten 550 km natürlich). Jetzt wenden wir uns südwärts, fahren in das Tal Strathmore, am Loch Hope entlang, lassen den Ben Hope (927 m hoch) links liegen und steuern auf unser Ziel zu: das Broch Dun Dornaigil („Festung des Steinflusses“)





Die Straße ist wieder eine Single Track Road, aber extrem schmal und kaum Ausweichstellen (Passing Places). Aber wenn man sich beim Fahren fest einredet, daß es eine Einbahnstraße ist, dann kann man relativ entspannt fahren.


Nach 17 km liegt der Broch vor uns. Er ist ca. 2.300 Jahre alt, stammt aus der Eisenzeit und ist nicht mehr allzu gut erhalten. Trotzdem beeindruckend, wie er in diesem Tal steht und die Zeiten überdauert hat.

Platz zum Parken gibt’s auch. (Wir stellen uns später ein paar Meter weiter auf.




Uns gefällt dieses Tal, dieser Blick und diese Ruhe auf Anhieb. So beschließen wir, einfach hier zu bleiben. Es ist einfach zu schön. Und es gibt sehr kräftiges Internet – mitten im Nirgendwo! (Muß am Broch liegen, beim letzen Broch gab’s ja auch Internet (lies doch mal hier: https://winkelwelt.de/2026/09/09/clachtoll-beach)
Mal sehen, was wir hier unternehmen können? Mindestens Tee trinken und Bücher lesen, aber bestimmt auch ein wenig die Straße entlang wandern.

Vielleicht sehen wir ja auch die berühmten schottischen Rothirsche (Red Deer). Die Landschaft paßt ja genau. Und eigentlich komisch, daß wir noch keine gesehen haben. Es soll 400.000 Hirsche in Schottland geben, genauso viele wie Elche in Schweden. (Auch wenn ich ja skeptisch bin, was den Elch betrifft. Lies doch mal hier: https://winkelwelt.de/2026/05/31/der-elch-ein-nordischer-mythos) Aber wie auch immer, jedenfalls ist Schweden 6 mal so groß wie Schottland. Und auch wenn der schwedische Elch doppelt so groß wie ein schottischer Rothirsch ist – so sollte doch die Hirschdichte mindestens 3 mal so hoch sein. Das heißt, wir hätten schon längst Hirsche sehen müssen. Zumindest, wenn es wirklich Elche in Schweden gibt, ansonsten natürlich nicht. Nun gut, der Feldstecher liegt griffbereit neben mir.
Da es wirklich nicht regnet und für die Hirsche noch zu früh ist, schnappen wir uns die Wanderschuhe und erkunden die Umgebung. In 500 m soll es lt. Wander App einen Wanderweg hinauf in die Berge geben.
Die 500 m gibt’s aber den Weg finden wir nicht. Es hat auch keinen Sinn, einfach den Hang hinauf zu gehen und das Beste zu hoffen, es ist wirklich alles unwegsam und sehr, sehr naß. Als würde der ganze Berg aus einer Art nassem Schwamm bestehen.



Aber durch das Tal schlängelt sich ein schöner Fluß, steinig und breit, dem wenden wir uns zu. Und kaum biegen wir von der Straße ab, sehen wir auch unseren ersten Hirsch, auf der Wiese am Fluß!

(Leider aus Metall, aber Hirsch ist Hirsch! Oder?)
Und als wir den Berg hinaufschauen, sehen wir einen sehr schönen Wasserfall, direkt oben am Abhang und auch einen Weg, der dort hinführt. Also muß es doch den Weg geben und wir müssen ihn nur finden!

Letztlich finden wir den Weg, der Anfang ist schwer zu erreichen. Aber dann geht’s steil die Bergflanke hinauf, erste ist der Weg schöne breit und trocken, aber steil. Dann wird er schmal, schlammig und naß, bleibt aber schön steil. Aber er führt direkt zum Wasserfall. Also bleibt uns nichts anderes übrig, wir müssen ihm folgen.
Es hat sich wirklich gelohnt! Wunderbare Aussichten hier oben und schon auf dem Weg hinauf.












Auf dem Weg zum Auto, sind dann auch die Midges da, aber wir wollen uns nicht beklagen, schließlich hatten wir erst einmal mit Ihnen Kontakt. (Lies doch mal hier: https://winkelwelt.de/2026/09/02/gruinard-beach/#more-949)
Und: wir haben wirklich unseren ersten Hirsch gesehen. Er sprang plötzlich aus dem Farn auf der anderen Straßenseite und sprang in großen Sprüngen davon. So schnell, daß wir kein Foto machen konnten. Aber gesehen ist gesehen.
